Mittwoch, 19. Oktober 2011

Looking for work

Auf dem Weg Richtung der Farmstädte Ayr und Homehill, bei denen wir auf Arbeit hofften, machten wir einen Übernachtungsstop kurz vor Townsville, wo wir uns wie kleine Kinder über eine kalte Außendusche freuten. Seit einem Monat leben wir nämlich nun mit öffentlichen Toiletten und Duschen (um uns das Geld für den Campingplatz zu sparen), die leider nicht immer so leicht aufzuspüren sind. Wenn wir nicht einfach in irgendeiner Straße übernachten, suchen wir Rest-Areas, auf denen man 2 Tage umsonst stehen darf.

Arnaud, einer der zuvor kennengelernten Forschungsstudenten, uns spontan ein zum benachbarten Strand rüberzukommen, an dem am nächsten Tag eine große Party stattfinden sollte. Dort hatten schon etwa 20 Studenten ihr Lager aufgeschlagen um die Party  vorzubereiten und den Abend davor gebührend ausklingen zu lassen. Bei Bier, Lagerfeuer und Strand freuten wir uns schonmal gemeinsam auf den nächsten Tag.

Tagsüber wurde gefischt, kite gesurft und riesen Licht- und Soundanlagen auf einem riesigen matscherdigen Gelände aufgebaut.  Party sollte irgendwo im nirgendwo mitten im Busch stattfinden. Nur eine kleine unauffällige ungepflasterte Hubbelstraße führte zum Ort des Geschehens. Während die anderen noch mitten in den Vorbereitungen steckten, waren wir jedoch damit beschäftigt eine Tankstelle zu finden, da seit  500 Kilometern unsere Tankanzeige nicht mehr funktionierte und wir das bisher galant ignoriert haben uns jedoch so langsam doch die Panik ergriff. Diese stieg als wir bemerkten, dass unsere Tankanzeige plötzlich doch wieder funktionierte, sie jedoch einfach auf 0 Liter Sprit stand. Richtung mulmig wurde uns, als wir erfuhren, dass die anvisierte Tankstelle seit zwei Jahren geschlossen hatte. Aber wie immer kamen wir mal wieder mit einem Schrecken davon.
Je später es wurde, desto mehr Autos mit partywütigen Studenten trudelten ein und schlugen ihr Nachtlager auf. Überall wurden Lagerfeuer gemacht und die Musik dröhnte durch den Busch (deshalb auch der Name der Party: Bush Dooooof).

Wir sind sicher, dass hier nicht nur Alkohol im Spiel war… Aber die Party war der absolute Hammer. Direkt am Strand unter freiem Himmel mit hunderten Leuten bis in den Morgen abfeiern war einfach genial. Dementsprechend sahen wir dann auch nachher aus


und ihr wollt gar nicht wissen, wie unser Bett danach in unserem eh schon total chaotischen Auto aussah…

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns am nächsten Morgen um den Ernst des Lebens anzugehen – Arbeit finden.
Die Arbeitssuche läuft leider nicht so easy, wie wir uns das gedacht haben. Die Working Hostels in Ayr, die Farmarbeit vermitteln, hätten erst in 2-4 Wochen Arbeit für uns und auch bei den Städten Homehill und Bowen weiter unten ist die beste Erntezeit schon vorbei. Zu allem Überfluss ist uns nach den ersten Ernüchterungen dann auch das nächste Auto-Missgeschick passiert…. Wir haben versehentlich circa 4 Stunden lang das Licht angelassen. Einen Funken Hoffnung hatten wir noch, dass unser Auto vielleicht eine Ultra-Power-Batterie hat, die auch solche Späße mitmacht, aber dem war leider nicht so. Zu der erfolglosen Arbeitssuche kam dann auch noch eine leere Autobatterie. Zum Glück wurde uns wie immer schnell und kostenlos weitergeholfen und zwei Automechaniker haben unser Auto wieder zum Laufen gebracht. 
Die Suche nach Erntearbeit haben wir nun verworfen und sind zu dem Touristenstädtchen Airlie Beach gefahren um Arbeit im Tourismusbereich zu finden. Wir haben unzählige Lebensläufe verteilt und werden überall nochmal nachhaken gehen, aber auch hier ist Angebot und Nachfrage wieder absolut zu unseren Ungunsten. Kleine und willkommene Ablenkung von unserer Arbeitssuche lieferten uns Jamie und Smi (ein nettes amerikanisch-indisches Pärchen, das wir auf der Party kennen gelernt haben), die wir zufällig in Airlie Beach getroffen haben. Nach ein paar Bier in ihrem Luxuscamper und einem von ihnen für uns zusammengestellten Care-Paket (Suppe, Cornflakes, Eintopf, Schokoriegel…) ging es ins Städtchen. In der ersten Bar spielte eine echt australische Countryband, die wir dank Jamie (die Amis halt…) sofort persönlich kennenlernten und später mit ihnen noch weiterzogen. Leider konnten wir wegen dem krassen australischen Akzent kein Wort verstehen, da war Lächeln und Nicken angesagt.


Drückt uns die Daumen in nächster Zeit Arbeit zu finde und das es endlich aufhört zu regnen (seit drei Tagen)!

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