Nachdem wir die erste Fähre am
Morgen von Kangaroo Island aufs Festland zurück genommen haben, stand uns
erstmal wieder eine lange Fahrt bevor – 700 km to go bis die Great Ocean Road
anfängt. Die Great Ocean Road ist 250 km lang und ist das größte Kriegsdenkmal
der Welt. Soldaten aus dem ersten Weltkrieg bauten diese Straße in Gedenken an
ihre verstorbenen Kameraden. Außerdem beherbergt sie den meist
fotografiertesten Ort in Australien – die zwölf Aposteln.
Da die Temperaturen doch recht
frisch waren und es auch nur selten freie Duschen auf dem Weg gab, entdeckten
wir ein neues Prinzip für uns: viele Hostels erlauben für den halben Preis
campen im Garten. Man darf alle Einrichtungen des Hostels nutzen, schläft aber
im Auto. Somit hatte man wenigstens vor dem schlafen gehen einen warmen und
gemütlichen Platz und mal ein richtiges Dach über dem Kopf. Denn Mamas und
Papas, wir sollten ja nicht immer an der falschen Stelle sparen ;-). Somit konnte
man auch mal gemütlich den Abend zur Belustigung aller anderen Mitbewohner mit
einem netten Puzzle verbringen ;-)
Als wir es uns gerade so richtig
gemütlich gemacht hatten, bekam Kathi die Hiobsbotschaft, dass sie ihre
Handtasche im 300 km entfernten Red Rooster (Fastfood-Laden) liegen gelassen
hatte. Glücklicherweise hatten die netten Finder, die Bank angerufen, die sich
dann mit Kathi in Verbindung gesetzt hat. Somit hieß es am nächsten Morgen
erstmal wieder fahren, fahren, fahren. Leider in die falsche Richtung. Dabei
muss man bedenken, dass wir immer nur mit 80 durch Australien tuckern und
selbst von LKWs überholt werden. Aber wir hatten uns eh schon gewundert, dass
so lange nichts mehr schief gelaufen ist, sehr überraschend war das Desaster
deswegen nicht ;-).
Am Abend, pünktlich zum
Sonnenuntergang, erreichten wir dann endlich die Great Ocean Road und waren
absolut überwältigt von dem Anblick, der sich uns bot. Schon die ersten
Aussichtspunkte waren der Hit….
Sofort beschlossen wir, dass es
sich für diesen Ort wirklich lohnt, früh aufzustehen, um sie beim Sonnenaufgang
zu sehen. Nach einer seeeehr seeeehr kalten Nacht, hieß es dann um sechs Uhr
morgens raus aus den Federn (was uns einfach nur zu sehr an alte Erntezeiten erinnerte).
Leider schob sich im letzten Moment
des Sonnenaufgangs eine Wolke vor die Sonne, sodass es für uns nur ein halber
Sonnenaufgang war. Das frühe Aufstehen hat sich trotzdem gelohnt, da man den
Anblick noch viel mehr genießen kann, wenn nicht zwanzig andere Leute um einen
herumstehen.
Nachdem wir dann nochmal ein
kurzes Schläfchen im Auto gehalten haben, um auf besseres Wetter zu warten,
ging es zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road.
Die London Bridge…
Und weitere Aussichtspunkte….
Die Nacht verbrachten wir dann
auf einem freien Campingplatz am Johanna Beach, welcher auch absolut sehenswert
war.
Am nächsten Morgen ging es in den
Great Otway National Park. Dort zahlten wir doch tatsächlich 25 Dollar pro
Person, für einen Bushwalk über den Kronen des Regenwaldes, was sich jedoch
absolut nicht gelohnt hat. Das Problem war unserer Meinung nach, dass die
Kronen des Regenwaldes über den 25 Meter hohen Gehstegen waren, sodass wir den
Regenwald nicht wirklich – wie gehofft - von ganz oben überblicken konnten.
Selbst der 50 Meter hohe Turm erfüllte nicht die Erwartungen.
Weiteres Problem war das riesig
hohe Geländer am Rand, über das wir Zwerge nur mit Mühe und Not drüber gucken
konnten.
Besser gefallen haben uns da
schon die Triplet Falls, ganz in der Nähe des Bushwalks, zu denen man circa
eine halbe Stunde durch den Regenwald gelaufen ist.
Zur Übernachtung ging es dann
weiter bis zum netten Rentnerörtchen Apollo Bay, wo wir wieder vor einem Hostel
geschlafen haben.
Bei traumhaftem Wetter ging es am
nächsten Tag weiter die Great Ocean Road lang, diesmal mit toller Aussicht von
der kurvigen Straße aus.
Bevor wir auf erfolgreiche
Koalasuche am Kennett River gingen und um das schöne Wetter so richtig zu
genießen, haben wir uns sogar mal was gegönnt – einen leckeren Kaffee mit
Meerblick in Lorne.
Wir waren hinterher auch richtig
froh über diese kleine Entspannungspause, denn die nächste unerwartete
sportliche Aktivität wartete schon auf uns. Nachdem wir zu dem Weg zu den
Erskine Falls mehrmals durch Schilder vor der starken Steigung der Straße
hinunter zu den Falls gewarnt wurden und die Straße wirklich immer steiler
wurde, entschieden wir uns doch auf Nummer sicher zu gehen. Da unser Auto sogar
schon bei kleinen Hügeln nur mit Mühe und Not mit 30 km/h den „Berg“ bezwingen
kann, trauten wir ihm nicht ganz zu, dass es uns auch wieder hinauf bringen
könnte. Somit hieß es laufen. Der Weg war doch noch weiter als gedacht und
selbst für Fußgänger sehr steil. Vor allem der Gedanke an den Weg zurück
bereitete uns Sorge. Denn ihr müsst wissen, wir sind wirklich die
unsportlichsten Menschen der Welt geworden und versuchen Treppen und längere
Wege so gut wie es geht zu vermeiden. Nach einem 10 Minuten Walk fühlen wir uns
schon, als hätten wir uns mal wieder so richtig bewegt.
Der Weg hat sich doch auf jeden Fall gelohnt J
Nachdem wir auf dem Parkplatz an
den Erskine Falls niemanden gesehen haben, der uns mit nach oben zu unserem
Auto nehmen könnte, sahen wir es ein: wir müssen hochlaufen. Nach 10 Minuten unendlich
anstrengendem Aufstieg, erbarmten sich doch noch ein paar Australier und
sammelten uns ein.
Letzter Stopp auf der Great Ocean
Road für uns war Bells Beach, der berühmteste Surfstrand Australiens. Dort wir
erfuhren wir, dass dort bald die Surfweltmeisterschaft Rip Curl Pro stattfinden
wird.
Nach elterlichem Rat und
letztendlich auch dem Kommentar eines Passanten „Eure Reifen sind aber platt!“,
beschlossen wir dann auch endlich mal die Sache in Angriff zu nehmen. Etwas
hilflos standen wir an der Tankstelle und suchten erst bei Google Rat und anschließend bei einer
Mitarbeiterin, wie viel bar (oder was ist die Einheit?!) wohl in unseren Reifen
sein sollte. Letztendlich hatten wir 20 bar zu wenig, jetzt fährt unser Auto
wieder wie ne Eins J
Nach Kangaroo Island hatten wir eigentlich beide das Gefühl, dass wir erstmal wieder genug von Natur haben und konnten es kaum erwarten endlich mal wieder in eine richtige Stadt in ein Hostel mit anderen jungen Leuten zu kommen. Die Great Ocean Road hat uns jedoch wirklich so gut gefallen, dass wir sie trotzdem noch jeden Tag genießen konnten!
Nach einer letzten kühlen Nacht
im Auto ging es dann ab nach Melbourne, wo wir uns für ein paar Tage ein Hostel
gegönnt haben. Hier haben wir auch einen alten Freund aus Shepparton getroffen,
der uns direkt mit dem ganzen Hostel bekannt gemacht hat.
Mehr von Melbourne schreiben wir
euch in ein paar Tagen, wenn wir wieder hierhin zurückkehren, jetzt geht’s
nämlich erstmal wieder ein Stück zurück zum Bells
Beach um die Gelegenheit zu nutzen, die weltbesten Surfer zu bewundern.
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